Dziadek z Wehrmachtu

Der Großvater aus der Wehrmacht. Zeitzeugen erinnern sich

Die Erinnerungen der ehemaligen Wehrmachtsoldaten wurden zu Inspiration und Basis einer einzigartigen Ausstellung. Es werden die Schicksale konkreter Personen, die während des Zweiten Weltkrieges in der deutschen Armee dienten, heute jedoch in Polen leben, vorgestellt.

70 Jahre nach dem II. Weltkrieg gibt es noch immer Tabuthemen, die die damalige Zeit betreffen und von denen viele noch nicht angesprochen wurden. Oft bleiben die tragischen Geschichten einzelner Menschen nach ihrem Tod für immer vergessen. Eines dieser Themen war der Dienst in der Wehrmacht, der während des II. Weltkriegs durch Personen, die jetzt in Polen leben, geleistet werden musste. Laut statistischen Daten wurden während der Kriegszeit ca. 650.000 Personen in die Wehrmacht einberufen, von denen etwa eine halbe Million als Polen galten. Die meisten von ihnen stammten aus Pommerellen und Schlesien.

Die Ausstellung, deren Ziel es ist die Geschichte dieser Menschen vor dem Vergessen zu bewahren, entstand dank der Zeitzeugenaussagen von 48 Personen aus verschiedenen Regionen Polens: Oberschlesien, Pommern, Ermland und den Masuren. Die Zeitzeugen und ihre Familienangehörigen stellten ihre Andenken, Fotos und Dokumente zur Verfügung. Vor allem die erzählten Geschichten, die in Audio- und Videoformat aufgenommen wurden, stellen vor einem breiten historischen, kulturellen und sozialen Hintergrund die noch nicht angesprochenen Aspekte dar. Die Themen der Ausstellung umfassen neben der Kriegszeit, wie sie die Zeitzeugen erlebt haben, das Umfeld in dem sie aufgewachsen sind, ihre Kindheit und Jugend, die Rückkehr aus dem Krieg und das Leben in einer neuen Realität. Zu Realisierung des Projekts wurde im wahrsten Sinne des Wortes der letzte Moment genutzt, denn viele „Großväter aus der Wehrmacht“ sind schon verstorben.

Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Genius Loci – Der Geist des Ortes in Ruda/Ruda Śląska, die sich mit dem historischen und kulturellen Erbe Oberschlesiens befasst, und mit Hilfe unserer Partner realisiert.